Meine beste Bitch von Nataly Elisabeth Savina - Rezension

09:00

Manche Bücher haben eine kleine, aber präsente Stimme in sich und verlangen eins: lies mich. Sobald ich diese Stimme höre, bleibe ich stehen und sehe mir das Buch ganz genau an. Dies geschah auch bei Meine beste Bitch von Nataly Elisabeth Savina und ich muss sagen, dass die Geschichte wie die Stadt Berlin ist - entweder man liebt sie oder nicht.

Meinung:
Alles was unkonventionell, schräg, anders und nicht einzuordnen ist, fasziniert mich. Aus diesem Grund bin ich auf das Buch Meine beste Bitch gestoßen. Der Titel ist provozierend, den Klappentext kann man nicht ganz zuordnen und das Cover gleicht einer Sequenz aus einem düsteren Film. Mit anderen Worten musste ich dieses Buch einfach lesen :)

Die Geschichte handelt vom Mädchen namens Faina, die endlich ihr Abi in der Tasche hat und nur noch raus aus ihrem Kaff und ab nach Berlin will. Dort will sie das Leben in vollen Zügen genießen und das nicht vor und mit ihrer Mutter, die Psychologin ist und sie immer durchschauen kann.
Zusammen mit ihrer besten Freundin Nike erobern sie Berlin und Faina lernt den Künstler Julian kennen, der denn Sinn in seiner Kunst sucht.

Man lernt Faina in einer sehr wichtigen und entscheidenden Phase ihres Lebens kennen. Es ist vor allem eine schwierige, wenn nicht gar die schwerste von allen, und sensible Phase, denn diese Entwicklungsphase wird den Verlauf später maßgeblich bestimmen. Aus diesem Grund war das Lesen und Begleiten von Fainas Leben hoch interessant und es spiegelte sich in der ganzen Atmosphäre im Buch wieder. 

Am meisten hat der Schreibstil der Autorin dazu beigetragen, denn Meine beste Bitch lässt sich nicht locker und flockig lesen wie gängige Belletristik und das meine ich nicht im schlechten Sinne! Einerseits ist er klar und gleichzeitig wieder trüb. Als würde man die Geschichte nicht hautnah miterleben, sondern dass eine Art Schleier dazwischen hängt. Es ist, als würde man in seine eigene Entwicklungsphase zurückversetzt, wo vieles zwar verständlich, aber nicht zu 100% klar war. Persönlich habe ich mich am Anfang damit schwergetan, denn diesen Stil liest man nicht immer, aber er passt wunderbar zur Geschichte, so dass sie authentisch wird.

Der Verlauf ist ebenfalls nicht typisch, aber eine wundervolle und interessante Abwechslung. Besonders die zum Teil philosophischen und tiefsinnigen Momente geben Anlass zum Innehalten und Nachdenken. Oft musste ich selbst darüber nachdenken, wie ich manche Gedankengänge von Faina früher gefunden hätte und wie ich heute dazu stehe.

Fazit:
Noch immer kann ich das Buch Meine beste Bitch nicht genau einordnen bzw. greifen, auch wenn es ein Jugendbuch, aber wiederum nicht für zu junge Menschen geeignet, ist. Vielmehr ist dieses Buch für junge Erwachsene und darüber hinaus, die gerne wieder das Gefühl der Suche, Ungewissheit und Entwicklung lesen und fühlen möchten.
Wichtig ist aber besonders auf den Schreibstil zu achten, denn nicht jeder wird ihr lieben. Entweder man liebt ihn, oder nicht.

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