Interview mit Katherine Collins

06:00

Heute habe ich mal wieder ein Interview für euch. Katherine Collins hat auf meinem Sofa Platz genommen.

Hallo Katherine. Ich freue mich dich hier begrüßen und interviewen zu dürfen!


Hallo Astrid, ich freue mich, dass ich mich bei dir vorstellen darf.

Könntest du dich unseren Leserinnen und Lesern kurz vorstellen?

Gern. Ich bin 38 Jahre alt, Mutter zweier Kinder und gelernte Chemielaborantin. Ich schreibe seit meiner Schulzeit, also seit mehr als 20 Jahren, habe aber eine große Pause eingelegt, da ich nach meiner Ausbildung mein Abitur nachholte und studierte. In der Zeit hatte ich keine Zeit, mich auch noch meinem Hobby zu widmen und verschlang daher die Geschichten meiner Kollegen, anstatt meine eigenen niederzuschreiben. Nach der Geburt meiner Ältesten, habe ich den Griffel wieder in die Hand genommen und „Verzeih mir, mein Herz“ entstand. Es dauerte weitere sieben Jahre, bis die Geschichte endlich veröffentlicht wurde, weil ich stets an mir zweifle und daher davon überzeugt war, dass ich nicht gut genug sei.

In welchem Genre schreibst du und welche Bücher sind von dir schon erschienen?

Ich schreibe hauptsächlich im Romance-Sektor. Meine ersten Romane sind aus dem Bereich der Historischen Liebesromane. Diesem Genre bin ich immer noch eng verbunden, daher wird in 2019 ein großer Teil meiner geplanten Veröffentlichungen wieder aus diesem Genre kommen. Ein weiteres Steckenpferd ist Schottland, ein Land das sich in meinen letzten Romanen oft hineingemogelt hat. Als Kathrin Fuhrmann schreibe ich zudem Erotik und Romantic Thrill, meist mit heimatnahmen Setting. Ich bin ein Kind des Ruhrpotts und zeige gerne einige Ecken wie Dortmund, Bergkamen, Waltrop, aber auch Teile des Sauerlands und Münster. Gegenden, zu denen ich eine persönliche Beziehung habe.
Meine bisherigen Veröffentlichungen:

Katherine Collins

Verzeih mir, mein Herz! Latos Verlag

Dir gehört mein Herz Latos Verlag

Lady Madeline in Not Selbstverlag

Kein Duke zum Verlieben! Selbstverlag

Melodie der Hoffnung Forever by Ullstein

Tränen des Herzens Forever by Ullstein

Emmas Flucht ins Glück Selbstverlag

Verliebt wider Willen Forever by Ullstein

Ein Schotte im Bett digital publischers

Ein Schotte zu viel digital publischers

Ein Schotte wider Willen digital publischers

Ein Schotte für die Zukunft digital publischers

Liebe wider die Vernunft digital publischers

Ein Fall von Liebe digital publischers

Spiegel des Herzens digital publischers

Ein Earl im Unterrock digital publischers


Kathrin Fuhrmann

Du sollst nicht begehren… Selbstverlag

Eilean Manors dunkles Geheimnis Selbstverlag

Liebe steht in den Sternen Selbstverlag

Niklas Norm Bookshouse

Fallen for you Eisermann-Verlag

Hot Ivy Bookshouse

#Loversguide Bookshouse

#Loversguide Luna & Mo Bookshouse

Hochzeitsplaner nicht inbegriffen Bookshouse


Schreibst du Hauptberuflich als Autor oder hast du noch einen Brotjob?

Derzeit schreibe ich hauptberuflich, wobei ich nicht ganz ausschließe, in Zukunft wieder in meinem erlernten Beruf zu arbeiten, weil ich ihn wirklich liebe. Aber geplant ist es erst einmal nicht. Meine Auszeit habe ich mir jedoch verdient und derzeit genieße ich es, ganz für meine Kinder und meine Romanfiguren da zu sein.

Wie sieht dein Alltag aus?

Langweilig. Ich stehe gegen sechs Uhr auf, mache die Kinder fertig und bringe sie zur Schule. Dann widme ich mich entweder der Hausarbeit, oder der Schreiberei, wobei ersteres durchaus zu kurz kommt.

Um eins muss ich los, um meine Ältere abzuholen. Wir gehen einkaufen, damit ich nicht doppelt fahren muss, wenn sich der Schulschluss meiner Kleinen verzögert. Ansonsten bringe ich die Große Heim, versuche noch etwas zu regeln, wenn sie mich lässt und mache mich auf den Weg, den Zwerg abzuholen. Im Anschluss sind wir drei mit Papierkram beschäftigt – Hausaufgaben. Nach dem Abendessen wird ferngesehen, wobei ich meist meinen Laptop auf dem Schoß habe. Dieses Arrangement bleibt, wenn die Kinder im Bett sind, bis mir selbst die Augen zufallen – meist bereits um 16 Uhr, aber natürlich kann ich schlecht während den Hausaufgaben schlafengehen und muss mich weitere vier bis sechs Stunden wachhalten. Sobald ich im Bett bin, mag mein Hirn plötzlich nicht mehr schlafen und spinnt lieber abenteuerliche Geschichten. Tja. Schlaf wird überbewertet.

Was magst du, was magst du gar nicht und was ist dir wichtig?

Ich mag Kaffee. Das ist wahrscheinlich nicht gemeint, aber das ist das Erste, was mir einfällt. Kaffee, Marzipantorte und Star Trek stehen auf meiner Like-Liste ganz oben.

Krach und Streit mag ich nicht und da sind die Ursachen egal. Ich bin verträglich und sehe viele Dinge nicht so eng – abgesehen von Lärm.

Wichtig sind mir einige Dinge. Meine Mädchen. Meine Geschichten. Meine Kollegen von der Romance Alliance …

War es schon immer der Plan gewesen zu schreiben oder bist du auf Umwegen dazu gekommen? Was war der springende Moment dafür zu sagen: "Jetzt will ich es veröffentlichen!"?

Ich habe in der Schule angefangen Songtexte für meine Superstar-Barbie zu schreiben, darauf folgten Gedichte und irgendwann die erste Geschichte. Ich habe tatsächlich nicht daran gedacht, irgendetwas davon zu veröffentlichen. Selbst, als mein Fundus an Geschichten und Idee immer größer wurde. Ich habe mich auch nicht als Autor gesehen, bevor mein erster Roman in 2014 tatsächlich veröffentlicht war und selbst dann fühlte es sich unwirklich und falsch an, mich Schriftstellerin zu nennen.

Ich hatte sicher nie den Moment, nach dem du fragst. Es gab keinen Tag, an dem ich dachte: Komm, ich stelle meine Idee mal jemand vom Fach vor. Es war eher so, dass ich mich eine Weile auf Foren rumtrieb, Rücksprache mit anderen Schreiberlingen hielt und positive Rückmeldungen bekam. Zu der Zeit fand ich eine Vermittlerseite im Internet und lud dort meine Leseprobe hoch. Der Latos-Verlag hat mich dort gefunden und so kam ich dazu, zu veröffentlichen.

Unterstützen dich deine Familie und Freunde, oder wissen die gar nicht, dass du schreibst?

Meine Familie weiß, dass ich schreibe und findet es durchgehend super. Ich bekomme sehr viel Unterstützung, auch wenn nicht alles abgedeckt werden kann und zumindest meine Töchter müssen mich sehr oft begleiten, wenn es zu Messen oder Ausstellungen geht. Sie nehmen es mit Fassung.

Wenn du gerade mal kein Buch in der Hand hältst oder eins schreibst, wo und wie erlebt man dich dann?

Zurückgezogen. Ich habe ein paar Leute, mit denen ich offen und frei reden kann. Online. Ich gehe nicht gern raus. Meist ist es mir zu laut, zu wuselig. Selbst bei Familienfeiern wird es mir schnell zu viel und ich muss mich in mich selbst zurückziehen. Dabei hilft mir mein Laptop oder Skriptbook. Ich setzte mich dann in irgendeine Ecke, und konzentriere mich auf Probleme in meinem Roman, auf neue Ideen oder notiere Stichpunkte, die überprüft werden müssen. Mein Handy dient auch oft als Schutzschild. Recherchieren kann man eben überall.

Welche 3 Sache und welche 3 Bücher würdest du auf eine einsame Insel mitnehmen?

Feuerstein, Kopfkissen und Topf. Bei Büchern wird es schon schwieriger. Etwas Dickes, das zur Not als Zunder dienen kann, vielleicht eine Chronik, oder was von Herr der Ringe? Zum Lesen eignet sich Harry Potter (7) und Die Nebel von Avalon von Marion Zimmer Bradley?

Sie würden vermutlich über lang oder kurz im Feuer landen, was nicht tragisch wäre, schließlich kann ich mir sehr gut Geschichten ausdenken und brauche sie nicht unbedingt auf Papier.

Hast du ein Idol? Wenn ja, wen und wieso?

Nein. Ich habe Vorbilder, aber keine Idole. Ich glaube, ich fühle mich einfach nicht mehr jung genug zur Heldenverehrung und meine Fan-Girl Momente richteten sich nie auf Schriftsteller, sondern auf Sportler und Bands.

Natürlich sind einige Schriftsteller zu würdigen, aber die Liste wäre endlos und die Erklärungen einschläfernd.

Welchen berühmten Autor/in würdest du gerne mal zum Essen einladen?

Keine/n. Viel lieber spreche ich mit meinesgleichen, also Autoren, die nicht das Etikett berühmt tragen. Das ist viel informativer und kommt auch häufiger vor. Sicherlich hört man von den Berühmtheiten auch nichts Spannenderes, und wie offen und ehrlich sie wären, steht auch auf einem anderen Blatt. Also, welche Kollegin möchte ich gerne zum Essen einladen, mit der ich noch nicht privat gequatscht habe? K. Elly de Wulf. Wir hatten einen angenehmen, aber kurzen Chat bei einer Messe, aber das würde ich ausbauen wollen. Drucie Anne Taylor. Mama und Autorin, auch wenn sich unser Wirkungsbereich unterscheidet, scheint sie eine sehr angenehme Person zu sein, mit der ich mich sicherlich gut verstünde. Annie Stone. Ich bin mir sicher, dass wir uns schon mal kurz unterhalten haben, aber die Dinge geschehen meist zwischen Tür und Angel …

Ansonsten lade ich gerne meine üblichen Verdächtigen ein: Bettina Kiraly, Dorothea Stiller, Marie Caroline Bonnet, Daniela Blum, Anne Gard und so weiter …

Eine klassische Fangfrage: bist du der eBook- oder Print-Fan?

Tja, die Frage wird mit den Jahren immer schwieriger zu beantworten. Print für Prestige, aber eBooks sind umweltschonender und einfach sinnvoller. Ich denke, ich tendiere langsam zum eBook.

Wie siehst du die Entwicklung bei den eBooks, insbesondere bei der Piraterie oder auch der Möglichkeit ein eBook auch noch nach Wochen zurückgeben zu können?

Es wird vergessen, dass ein Buch einen Wert hat und der niemals mit dem Kaufpreis des Einzelnen beglichen werden kann. Schriftsteller sind keine Faulpelze, denen ohnehin der goldene Löffel aus dem Allerwertesten guckt, sondern hart arbeitende Menschen. Viele müssen ihren 40 Stundenjob ableisten, Familie versorgen und opfern ihre Freizeit, um etwas Magisches zu kreieren. Damit sind sie rund um die Uhr unter Strom, ohne dass es irgendwie honoriert wird. Ich habe es selbst bis vor kurzem so gemacht und ich muss sagen, dass es eine enorme Belastung ist.

Die Geringschätzung von geistigem Eigentum nimmt in unserer Gesellschaft immer mehr zu. Es ist herzzerreißend. Einerseits möchte man als Autor so viele Leser wie möglich erreichen, dann wiederum ist es so, dass wir als Selfpublisher auch Kosten haben. Also arbeiten wir nicht nur für lau, nein, sollen dafür auch noch Geld ausgeben, damit andere ihre Geiz ist Geil Mentalität ausleben können. Oder ihren Kick, wenn sie mal wieder etwas abgestaubt haben, abgezogen oder eben doch GEKLAUT.

Es geht dabei nicht darum, ob einem das Material am Ende gefällt. Ich kann auch nicht in ein Restaurant gehen und nach dem Aufessen sagen: „Sorry, bezahlen werde ich nicht, es hat mir nicht geschmeckt.“ Auch Medizin kann ich angebrochen nicht zurückgeben, ob sie mir hilft, oder auch nicht. Die Rückgabe eines Mediums, Buch, Film oder Musik, ist demnach ein Unding und sollte nicht praktiziert werden. Leider herrscht ein extremes Unbewusstsein für Unrecht in der Gesellschaft, das von der Unsitte herrührt, sich selbst für zu wichtig zu erachten. Ich bin nicht besser oder schlechter, als mein Nachbar, habe weder mehr Rechte, noch weniger Pflichten. Ich sollte andere so behandeln, wie ich behandelt werden will …

Selbstverständlich mag ich Schnäppchen, schließlich ist mein Budget – nicht zu letzt wegen der oben angesprochenen Problematik – angespannt. Aber bevor ich etwas klaue, verzichte ich lieber darauf.

Wenn eines deiner Bücher verfilmt würde, wer sollte die Hauptrollen spielen?

Das kommt ganz auf den Roman an. Tränen des Herzens (Forever by Ullstein, VÖ 2016) müsste Ioan Gruffudd sein, ihn habe ich mir immer schon als Thomas Boyle, Viscont of Argyll vorgestellt. In Hochzeitsplaner nicht inbegriffen (Bookshouse, VÖ 2018) wäre Travis Fimmel als Tim Wagner ein MUSS. Der Duke of Kent, Nathan Mannings, aus Kein Duke zum Verlieben! (Selbstverlag, VÖ 2015) wäre für Karl Urban vorgesehen …

Bei den Damen habe ich keine klare Vorstellung, aber solange nicht Kira Knightly besetzt wird, ist es mir gleich …

Erzähle uns doch bitte etwas über dein aktuelles Buch.

Aktuell ist immer gut. Derzeit sind zwei Romane veröffentlicht: Ein Earl im Unterrock und Spiegel des Herzens. Der Earl ist eine Zusammenarbeit mit meinen Kolleginnen der Romance Alliance und handelt aus meiner Sicht von einem jüngeren Sohn, der unbedingt das Erbe der Familie antreten möchte, wobei ihm seine eigene Mutter und sein unerwünschter Neffe im Weg stehen. Den Neffen Louis sollte es seiner Meinung nach gar nicht geben, da Edgars älterer Bruder mit seiner Verlobten durchgebrannt und dann mit ihr nach Amerika verschwunden war.

Natürlich ist dies die Sicht meiner Figur und eigentlich ist Louis im Recht und versucht die Intrigen seines Onkels auszuweichen, indem er sich als Gesellschafterin der Tante einschleicht … aber genug gespoilert.

In meinem Zeitreiseroman Spiegel des Herzens steht meine Protagonistin Katharina vor der schweren Aufgabe Realität und Einbildung auseinander zu bröseln. Sie ist von einem Wasserfall gestoßen und von einem sexy Schotten gerettet worden. In ihrer Einbildung, wie ihr Umfeld sie glauben machen will, befand sie sich jedoch im Jahre 1746 und ihr Retter Finlay war ein schottischer Freiheitskämpfer. In der Realität, in der Katharina sich nun befindet, ist ihr Retter jedoch Finn, ebenfalls Schotte und kämpfend, aber die Dinge liegen eben doch etwas anders …

Da beide Romane aber im Dezember 2018 erscheinen, sind sie für mich nicht mehr aktuell, mein nächstes Projekt steht schließlich bereits seit dem 16.01.2019 mit der Coverwahl auf der Bühne.

Der Fluch von Abbington Hall ist ebenfalls eine Zusammenarbeit mit meiner geschätzten Kollegin Bettina Kiraly und verbindet unsere beiden Arbeitsfelder: Romance in Vergangenheit und Zukunft.

Die Hochzeit eines Paares, Katja und Daniel, steht aufgrund eines alten Fluchs, der auf der Familie der Braut lastet, unter keinem guten Stern. Die Schwester Elisa beginnt mit der Aufdeckung der vergangenen Geschehnisse und es wird zu einem Wettlauf mit der Zeit. Der unliebsame Cousin Benedict steht ihr mit seinen Brautentführungsideen zusätzlich im Weg, so süß er objektiv auch sein mochte …

Ich könnte nun auch noch meinen nächsten eigenen Roman anpreisen, jedoch erscheint der erst im April oder Mai.

Woher kommen die Ideen für deine Geschichten?

Tja, manche sind einfach da, entwickeln sich praktisch über Nacht einfach in meinem Kopf, andere müssen ausgearbeitet werden. Mein Schwager hat mir zum Beispiel nach Weihnachten Geschichten über Inkarnation erzählt und fragte dann, ob das nicht auch was für mich wäre. Also habe ich mich hingesetzt und überlegt, in welcher Fassung Inkarnation in einem meiner Romane eine Rolle spielen könnte und nach zwei Tagen hatte ich ein Skript ausgearbeitet, das nun ausgeschrieben werden muss. Grundsätzlich kann alles ein Ideengeber sein, wenn man es so angeht. Man nimmt etwas – wie wäre es mit einem Typen mit einem Dutt und dem dazugehörigen Vollbart – und überlegt sich, in welches Setting er passt. Ist er eher der Mörder, Psychopath, grandiose Liebhaber oder vielleicht der schwule Freund, der schon ewig in dich verliebt ist …

Ah, da habe ich direkt eine Idee für meinen nächsten Roman …

Wie viel von dir steckt in deinen Protagonisten?

Es gibt Protagonisten, die haben mit mir nichts gemein, andere haben Züge, Charaktereigenschaften oder Denkweisen von mir. Lustiger weise sind gerade die, die tatsächlich auf mir beruhen, der Kritik ausgesetzt, dass niemand so handeln würde …

Ja doch, ich schon.

In jedem meiner Eine Hochzeit in den Highlands Romanen steckt ein Teil von mir. In meinen Romanen, die unter meinem Mädchennamen laufen, sind meine Geschwister häufig dargestellt. Also ja, meine Erfahrungen finden Eingang in meine Geschichten, aber nicht alles, worüber ich schreibe, ist mir passiert.

Mit welchem deiner Protagonisten würdest du gerne einen Tag verbringen?

Thomas Boyle, Viscount of Argyll. Er ist witzig, warmherzig, besorgt und einfach süß. Muss es der Tag sein?

Zudem sind bis auf Tim Wagner alle meine Typen aus den Romantic (Thrill)-Bereich so, wie ich meinen Partner gerne hätte.

Wie lange brauchst du für eine Geschichten - vom ersten Satz bis zur Endfassung?

Tatsächlich führe ich Buch über meine Arbeitszeit und könnte es mit Hermine-Granger-Genauigkeit ausklamüsern. Das lasse ich aber, keine Sorge.

Es ist tatsächlich extrem Unterschiedlich. Nehmen wir das Plotten und Recherchieren komplett raus, kann ich einen Roman in einem Monat locker abgeschlossen haben, allerdings kann es auch bis zu drei Monate brauchen, wenn das Leben seine Aufmerksamkeit auf sich zieht. Ein Umzug, eine Verletzung, gesundheitliche Beschwerden verzögern auch den kreativen Prozess.

Mein längster Schaffungsprozess betrug zehn Jahre, aber ich habe auch schon eine Geschichte in zwei Wochen beendet.

Die Endfassung ist ein schwieriger Endstand, denn was ist die Endfassung? Doch die, in der der Roman letztlich erscheint. Da bin ich jedoch abhängig vom Verlag und das lässt sich schlecht kalkulieren. Ich habe jedoch eine Spanne zwischen Erstes Wort und der Roman ist kaufbar von zwischen 3-24 Monaten. Wie gesagt, es kommt immer darauf an, ob die Geschichte bereits „verkauft“ ist, oder erst vorgestellt werden muss.

Gibt es beim Schreiben etwas, worauf du sehr großen Wert legst? Vielleicht eine Tradition oder Aussage?

Wahrheit. Mein großes Manko, dass die Lektoren mir gerne ankreiden, ist, dass meine Figuren echt sind. Sie haben Fehler, machen Unsinn und wollen trotzdem bloß geliebt werden. Sie sind keine stilisierten Traumtypen, die eine Frau nur ansehen und sie kommt zu einem bombastischen Höhepunkt. Meine Typen sind leider so, wie sie einem tatsächlich über den Weg laufen könnten.

So will ich es aber auch. Ich könnte mich nicht in einen polierten Saubermann verlieben, deshalb sind meine Kerle anders – gewollt.

Was machst du bei einer Schreibblockade?

Den Computer beiseitelegen.

Schreibblockaden sind unterschiedlich. Manchmal muss man einfach weiterschreiben, egal, was für ein Quatsch bei rumkommt. Meist kann man das dann trotzdem verwerten, auch wenn Anpassungen nötig sind. Bei der Überarbeitung des Rohmaterials wird ohnehin viel geändert, also sch… drauf.

Es gibt aber auch Momente, in denen man auf seinen Kopf hören sollte und es einfach lassen sollte. Es ist leider bei mir reine Gefühlssache, wann ich weiterschreibe und wann ich mich mit etwas anderem beschäftige. Ich beschäftige dann gerne meine Finger, damit mein Kopf frei ist und über die Ursache der Blockade sinnieren kann, ohne, dass ich ihn dazu zwinge. Mein Unterbewusstsein lockert so den Knoten und bringt den Drang zu schreiben von selbst zurück.

Würdest du auch mal versuchen wollen in einem anderen Genre zu schreiben?

Definitiv. Ich wage mich gerade ins Gay Romance vor, habe zwei angefangene Fantasy-Romane in meinem Schreibtisch und liebe mystisches. Wenn ich mal ganz viel Luft habe, werde ich mich an etwas unglaublich blutiges setzen und Horror steht auch auf meiner Wunschliste.

Wie wichtig sind Rezensionen für dich?

Es gibt solche und solche. Manche Rezensionen sind unglaublich hilfreich, da man als Autor zu nahe an seinem Text sitzt und manchmal den Blick nicht klar bekommt, um Fehler oder Schwierigkeiten zu entdecken. Ich kenne jeden Prota bis tief hinunter in seine Seele. Ich kenne die familiären Verwicklungen, ehemalige Affären, Wünsche, Trigger …

Der Leser nicht. Für ihn muss jeder Beweggrund trotzdem nachvollziehbar sein. Für solche Hinweise, ob nun mit Sternchen oder ohne, bin ich dankbar und die nehme ich mir auch zu Herzen.

War alles Scheiße. Fand keinen Zugang oder so handelt doch niemand und ähnliche ein Satz Verrisse hake ich direkt ab. Sie sind unproduktiv und meist lediglich verletzend. Was war scheiße? Wo lag das Problem, dass kein Zugang gefunden wurde? Ist der Prota eventuell anders als der Leser und er konnte sich einfach nicht hineinversetzen? Was hätte geholfen? Und die Handlungsvielfalt von Menschen ist unermesslich. Ich kann nicht nachvollziehen, warum jemand dem Vater seiner Kinder das Besuchsrecht verwehrt (wobei es sicher Gründe dafür gibt, die es unabdingbar machen – das er ein Arsch ist, ist jedoch keiner), trotzdem muss ich das nun im eigenen Familienumfeld erleben. Ich kann nicht verstehen, warum man andere absichtlich schlecht macht, indem man ein sonst mit 5 Sterne bedachtes Buch mit einer 1 Sterne Bewertung runterzieht. Man bedenke, wie schlecht etwas sein müsste, um einen Stern tatsächlich zu verdienen!!! In meiner Zeit als Vielleserin habe ich einige Bücher gelesen, die ich nicht gut fand, einige habe ich sogar abgebrochen, keines von denen hätte ich mit einem Stern bewertet. Es ist zu einfach, seinen Unmut mittels einer negativen Bewertung auszudrücken und entsprechende Bewertungssysteme sollten dringend überdacht werden. Als Leser ignoriere ich Bewertungen zu Beispiel völlig. Ich lese auch keine als Bestseller gepriesenen Sachen. Ich verlasse mich lieber auf mein eigenes Gefühl und gehe durch die Leseprobe, bevor ich mich zu einem Kauf entscheide.

Was ist als nächstes geplant und gibt es vielleicht sogar einen kleinen Tipp ;) ?

Meine Jahresplanung platzt bereits aus allen Nähten. Ich werde wieder verstärkt im Historischen unterwegs sein. Habe gerade erst ein Projekt mit meiner Kollegin Bettina Kiraly an den Verlag gebracht, wofür ich mich herzlich bei ihr bedanke. In ihm verschlägt es das Model Patrick auf eine einsame Insel – nahe Lewis und Skye in Schottland – wo er jemanden begegnet, der sein Leben auf den Kopf stellen wird.
Derweilen steht ein weiteres Gemeinschaftsprojekt an, worauf ich schon ganz hibbelig bin, was aber sicher erst im nächsten Jahr zum Valentinstag auf euch zukommen wird. Derweilen habe ich einen Love Shot in Petto der euch erneut in eine abenteuerliche Reise entführen wird. Miss Georgina Haywood muss ihre kleine Schwester davon abhalten, einen unbeständigen Soldaten in Gretna Green zu ehelichen und landet selbst vor dem Altar.
Außerdem befindet sich mein allererster Roman in der Überarbeitung. 1999 begonnen, 2009 beendet und 2019 veröffentlicht, jepp, es läuft. Alina ist Waise und steht mit ihrem Vermögen auf der Heiratsliste eines notorisch klammen Earls. Ihr Vormund versteht es indes hervorragend, sie in dessen Arme zu stoßen, obwohl sich Alina von Anthony nur eines wünscht: dass er sie endlich in den Arm nimmt und küsst.

Gibt es noch etwas, das du losen werden möchtest? Dann nur zu!

Ich möchte mich bei allen Lesern bedanken, die so zahlreich jeden meiner Geschichten verschlingen. Ich weiß eure Unterstützung zu schätzen. Wenn ihr etwas loswerden wollt, könnt ihr euch jederzeit an mich wenden. Via PN oder email.

Vielen Dank für dieses Interview Katherine. Wir freuen uns schon mehr von dir zu hören <3

Liebe Astrid, danke dir für dieses interessante Interview und die Möglichkeit, mich vorzustellen. Es war mir ein riesiges Vergnügen!

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