Interview mit Arik Steen

06:00

Heute habe ich Arik Steen zu Besuch auf meinem Sofa und durfte ihn mal ausquetschen.




Astrid: Hallo Arik! Ich freue mich dich hier begrüßen und interviewen zu dürfen!

Arik: (lacht) Endlich mal ein Gespräch bei dem ich keinen Anwalt brauche. Kommt selten genug vor. Nein, Spaß beiseite. Ich stehe natürlich gerne Rede und Antwort. Allerdings hätte dich vielleicht jemand vorwarnen müssen. Ich bin definitiv nicht einfach und meine Zunge ist manchmal schneller als die Vernunft ...

Astrid: Könntest du dich unseren Leserinnen und Lesern kurz vorstellen?

Arik: Sicher kann ich das. Ich bin Arik Steen und komme aus der bayerischen Landeshauptstadt München. Ich trinke wahnsinnig gerne ein gutes Bier oder einen Scotch und leiste mir gerne mal eine gute Zigarre. Dass alles kann dann nur noch von einer hübschen Frau getoppt werden. Und davon gibt´s in München reichlich.

Astrid: Schreibst du Hauptberuflich als Autor oder hast du noch einen Brotjob?

Arik: Hauptberuflich? Herrje, nein. Dafür bin ich nicht der Typ. Ich mach das rein hobbymäßig. Hauptberuflich bin ich Pfandflaschensammler. Nein, Spaß beiseite. Ich trainiere Menschen. Vor allem im Leistungssport. Aber auch Menschen mit Behinderungen oder sonstigen Problemen. Und diese Arbeit ist mir immens wichtig. Schreiben ist für mich meine schönste Nebensache der Welt.

Astrid: Wie sieht dein Alltag aus?

Arik: Zeit zum Schreiben versuche ich mir vor allem Morgens, wenn die Morgenlatte nicht mehr zu sehr drückt, Zeit zu nehmen. Meistens gehe ich dazwischen ein wenig Laufen oder geh ins Fitnessstudio. So ab Mittags bin ich dann selbst als Trainer unterwegs. Das kann dann auch recht spät werden.

Astrid: Was magst du, was magst du gar nicht und was ist dir wichtig?

Arik: Ich hasse Pilze. Keine Ahnung warum. Und ich spreche da jetzt nicht von Fußpilz. Sondern von dem ganzen pilzigen Mist, der von manchen Menschen verzehrt wird. Und Rosinen mag ich auch nicht. Entweder man isst Trauben frisch oder macht Wein draus ... na ja, und dass ich Bier, Scotch, Zigarren und Frauen liebe, das habe ich ja bereits erwähnt. (Zögert) Was mir wichtig ist? Dass ich mir selbst immer treu bleiben kann. Das ist ein wesentlicher Punkt. Ich möchte mich weder verstellen, noch möchte ich in irgendeiner Weise verbogen werden.

Astrid: War es schon immer der Plan gewesen zu schreiben oder bist du auf Umwegen dazu gekommen? Was war der springende Moment dafür zu sagen: "Jetzt will ich es veröffentlichen!"?

Arik: Als Offizier habe ich früher immer kleine Storys geschrieben und an Frauen gesendet. Die konnten dann das Wochenende gar nicht erwarten. Ich habe es immer so hinbekommen, dass die Frauen dann genau so gewartet haben wie ich es wollte. Irgend so ein Häschen hat mich gefragt warum ich nicht mal was veröffentliche. Na ja, ich war skeptisch. Aber neue Wege haben mich schon immer gereizt. Und dann hab ich halt mal was auf den Markt geworfen. Solange ist das ja auch noch nicht her.

Astrid: Unterstützen dich deine Familie und Freunde, oder wissen die gar nicht, dass du schreibst?

Arik: Wenn ich Unterstützung brauche, dann hole ich mir die. Aber das Schreiben ist vor allem mein persönliches Ding. Da mag ich gar keine Unterstützung.

Astrid: Wenn du gerade mal kein Buch in der Hand hältst oder eins schreibst, wo und wie erlebt man dich dann?

Arik: Dann sitze ich gerne an der Isar oder in einem Biergarten.

Astrid: Welche 3 Sachen und welche 3 Bücher würdest du auf eine einsame Insel mitnehmen?

Arik: Ein Feuerstein, ein Messer und eine Axt. Damit kann ich was anfangen, denke ich. 3 Bücher? Es gibt erstaunlicherweise nur ein einziges Buch, in dem ich immer wieder was Neues finde und das ich immer wieder aufs Neue aufschlagen kann. Das ist die Bibel. Hört sich jetzt verdammt abgedreht an, ich weiß. Aber die hätte ich gerne dabei.

Astrid: Hast du ein Idol? Wenn ja, wen und wieso?

Arik: Definitiv nicht. Ich mach mir nichts aus Idolen. Es gab und gibt viele Menschen von denen ich lernen konnte. Aber ein Idol? Herrje, ich bin kein Teenager mehr. Ich muss meinen Weg gehen. Vor allem aber weiß ich, das hinter der öffentlichen Fassade oft ganz andere Menschen stecken, wenn man sie näher kennen lernt.

Astrid: Welchen berühmten Autor/in würdest du gerne mal zum Essen einladen?

Arik: Irgendeinen Workaholic. So ein richtiger Arbeiter. Wie zum Beispiel Stephen King. Der haut doch eine Menge auf den Markt. Mich interessiert es einfach wie man es schafft so konsequent und diszipliniert Bücher zu schreiben. Ich selbst habe von Stephen King nie etwas gelesen. Aber mich interessiert einfach die Vorgehensweise. Gerade weil ich es selbst nur hobbymäßig praktiziere.

Astrid: Eine klassische Fangfrage: bist du der eBook- oder Print-Fan?

Arik: Ich bin ein absoluter Fan von Taschenbüchern. Mit eBooks werde ich als Leser irgendwie nicht warm. Aber vielleicht ist es eine Gewohnheitssache. Ich bin auch nicht der Handytyp. Ich irre immer minutenlang durch die Wohnung und folge dem Klingelton. Oft finde ich es gar nicht. In letzter Zeit komme ich ohnehin nicht zum Lesen. Ist natürlich aber auch eine Umweltfrage. Ab ungefähr durchschnittlich 40 bis 100 Büchern, je nach Modell, wird ein eBook-Reader umweltfreundlicher als die gedruckten Werke. Ich selbst veröffentliche vor allem eBooks.

Astrid: Wie siehst du die Entwicklung bei den eBooks, insbesondere bei der Piraterie oder auch der Möglichkeit ein eBook auch noch nach Wochen zurückgeben zu können?

Arik: Relativ gelassen. Die Piraterie wird es immer geben. Dies zu bekämpfen, ist wichtig, ist aber aus meiner Sicht vor allem eine Sache der Konzerne. Das mit den Rückgaben müssen ebenfalls die Anbieter klären. Es kann natürlich nicht sein, dass jemand alle Seiten eines eBooks gelesen hat und dann das Buch zurückgibt. Technisch gesehen wäre diese Überprüfung relativ einfach. Bei Leihen zählt man die Seiten ja auch.

Astrid: Wenn eines deiner Bücher verfilmt würde, wer sollte die Hauptrollen spielen?

Arik: So weit weg vom Bavaria Filmstudio wohne ich nicht. Das Casting würde ich dann schon gerne selbst übernehmen. Ich weiß, du möchtest jetzt irgendwelche bekannten Schauspieler von mir hören. Aber da könnte ich mich nicht festlegen. Da würde ich lieber spontan darauf warten wer sich anbietet.

Astrid: Erzähle uns doch bitte etwas über dein aktuelles Buch. 


Arik: Derzeit bin ich mittendrin in "HuntingPrey". Ein erotisches Spiel bei dem auf einer Insel Menschen gejagt werden. Wie die Geschichte sich entwickelt, das kann ich noch gar nicht sagen. Die ersten beiden Teile sind draußen. Aber da ist viel Spielraum für Fantasien. Auch Liebe soll ein Thema sein. Gewalt, Eifersucht ... herrje, einfach alles. Es wird in dieser Serie einige Überraschungen geben. Wahrscheinlich pack ich alles rein was man sich nur vorstellen kann. Also unbedingt Lesen.

Ganz Besonders freut mich, dass eine Autorin bereits eine Spin-Off-Folge geschrieben hat. Nämlich Gipsy Payne (hier findet ihr meine Buchvorstellung dazu). Die hat auch von Natur aus einen höheren Leserkreis und startet deshalb auch gleich ganz anders durch. Hat sie aber auch durchaus verdient, sie arbeitet hart als Autorin.

Astrid: Woher kommen die Ideen für deine Geschichten?

Arik: Pausenlos schießen Milliarden von elektrischen Impulsen durch mein Gehirn. Die werden ständig analysiert und mit meinen Erfahrungswerten abgeglichen. Wenn was interessant ist, dann kommt es zu Papier. So einfach ist das. Ich brauche nur wenig Impulse von außen. Ich bin ohnehin schon krank im Kopf und das ist auch gut so. Das ist mein Pool an Ideen.

Astrid: Wie viel von dir steckt in deinen Protagonisten?

Arik: So viel wie nötig, so wenig wie möglich. Ich möchte eigene Charaktere erschaffen. Aber wie in der Frage zuvor: es geschieht immer ein Abgleich mit Erfahrungswerten bei Ideen. Das Langzeitgedächtnis basiert auf den Werten, Vorstellungen und Erfahrungen, die ich aufgebaut oder gesammelt habe. Und irgendwie spiegelt sich das immer in den Charakteren wieder. Mal mehr, mal weniger. Aber ich sehe die Charaktere stets als eigenständige Persönlichkeiten.

Astrid: Mit welchem deiner Protagonisten würdest du gerne einen Tag verbringen?

Arik: Herrje, ich schreib erotische Literatur. Da war schon das eine oder andere nette Betthäschen dabei. Ob ich es allerdings den ganzen Tag mit ihnen aushalten würde? Wäre aber eine interessante Frage an die Leser. Die begegnen den Charakteren ja deutlich differenzierter. Für mich sind es Wesen die ich erschaffen habe und jederzeit auch wieder verschwinden lassen kann.

Astrid: Wie lange brauchst du für eine Geschichte - vom ersten Satz bis zur Endfassung?

Arik: So lang wie es eben braucht. Und vor allem wie es mein Leben es zulässt. Es ist nur ein Hobby und manchmal hab ich dafür einfach keine Zeit.

Astrid: Gibt es beim Schreiben etwas, worauf du sehr großen Wert legst? Vielleicht eine Tradition oder Aussage?

Arik: Ich möchte moralisch fragwürdige Themen ansprechen, aber ich möchte zum Ende hin immer doch auch eine positive moralische Position einnehmen. Beziehungsweise die Protagonisten einnehmen lassen. Ich will nicht, dass jemand eine Rechtfertigung für psychische oder physische Gewalt, die gegen den Willen eines Menschen ausgeübt wird, als Botschaft wieder findet.

Astrid: Was machst du bei einer Schreibblockade?

Arik: Trainieren, trainieren und noch mal trainieren. Und ansonsten gibt es auch genug zu tun. Dann bleibt halt ein Buch liegen. Im härtesten Fall wird es nie fertig. Dann ist das eben so. Wobei ich natürlich, wenn ich eine Serie angefangen habe, auch den Lesern gerecht werden möchte. Dann trete ich mir gerne auch mal in den Allerwertesten.

Astrid: Würdest du auch mal versuchen wollen in einem anderen Genre zu schreiben?

Arik: Ja. Definitiv. Ist sogar einer meiner primären Ziele. Die Erotik laugt mich aus. eine Pause würde mir gut tun. Ein Thriller wäre mal eine Herausforderung.

Astrid: Wie wichtig sind Rezensionen für dich?

Arik: Ich freue mich drüber, wenn sie gut sind. Ich lächle, wenn sie negativ sind. Negativ sind sie übrigens meist dann, wenn sich ein Leser verirrt hat. Das nervt manchmal. Wenn ich grundsätzlich keinen Schokokuchen mag, dann sollte ich mich nicht über den Kakao beschweren, sondern einfach einen anderen Kuchen bestellen. So einfach ist das. Ich halte Rezensionen überwiegend für überschätzt. Positive, ehrlich gemeinte Rezensionen sind jedoch gut fürs Ego und freuen mich. Am liebsten hab ich aber, wenn die Leser Ideen mit rein bringen ...

Astrid: Was ist als nächstes geplant und gibt es vielleicht sogar einen kleinen Tipp ;) ?

Arik: Äußerst schwere Frage. Eigentlich würde ich gerne mal eine Weile die Erotik in die Schublade stecken. Manchmal ist man doch etwas müde, bei dem ganzen Matratzensport. Vielleicht wäre es tatsächlich mal Zeit einen richtigen Thriller zu schreiben. Daran hätte ich sicherlich Spaß. Im Moment ist es aber so, dass die Serie «Hunting Prey» noch eine Menge Stoff hergibt. Wenn die zu Ende ist, dann setz ich mich hin, trinke mein Weißbier, einen Whisky dazu und mach mir eine Zigarre an. Und dann treffe ich eine neue Entscheidung. Mein Tipp: verliert mich einfach nicht aus den Augen.

Astrid: Gibt es noch etwas, das du losen werden möchtest? Dann nur zu!

Arik: 3 kg muss ich derzeit noch loswerden um meine gewünschte Sommerfigur zu bekommen. Ich hab mich selbst über den Winter gemästet wie einen Ochsen vor der Schlachtung. Hab gut trainiert und Masse aufgebaut. Alles was zu viel ist muss jetzt wieder runter. Ja, ich weiß schon, das meintest du nicht. Was ich in jedem Fall gerne zur erotischen Literatur sagen möchte: wenn ihr Ideen habt, dann lasst sie mit einfließen. Bei meiner Serie Hunting Prey geht das supertoll. Da gibt es am Ende jeder Folge sogar ein Link wo ihr Ideen eintragen könnt.

Astrid: Vielen Dank für dieses Interview Arik! Wir freuen uns schon mehr von dir zu hören <3

Arik: Hoffentlich vor allem Lesen. Ein Hörbuch gibt es von mir bisher nicht. Aber Spaß beiseite. Ich habe zu danken.


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