Nur eine Ewigkeit mit dir - Rezension

08:30

Lilly kann nicht mehr. Erst verliert sie ihre geliebte Mutter, dann macht ihr Freund Ben schluss. Es reicht. Um dem Schmerz und der Einsamkeit ein Ende zu setzten, will Lilly sich von der Brücke werfen, direkt ins liebliche Nichts. Doch kurz vor dem Sprung taucht Jonas auf und hält sie davon ab, indem er ihr ein Leben zeigt, dass um dem Zweiten Weltkrieg stattfand. Das Leben von Lene. Das frühere Leben von Lilly als Lene.

So beginnt die Geschichte von Nur eine Ewigkeit mit dir.
Jedes Kapitel wird von einer anderen Sicht aus erzählt, so dass man eine gute Einsicht auf die gesamte Situation erhält und die Figuren besser verstehen kann. Den Ton gibt die Gegenwart mit Lilly und Jonas an. 

Obwohl es ihm verboten ist, täuscht Jonas zufällige Treffen vor, wo er versucht ihr näher zu kommen. Lilly blüht jedes Mal immer ein Stück weit mehr auf. Ihre Neugier wird wieder geweckt und sie will funktionieren und mehr über Lene und Paul erfahren, denn jede Begegnung an die beiden, reißt ihr den Boden unter den Füßen weg.

Lene und Paul sind ein verliebtes Pärchen, welche kurz vor dem Zweiten Weltkrieg leben. Früh hat auch Lene ihre Mutter verloren, doch die Liebe zu Paul gibt ihr Kraft. Aber es scheint aussichtslos zu sein, denn der Krieg rückt näher und verlangt nach jungen Soldaten.

Die Verknüpfung zwischen Gegenwart und Vergangenheit wird vom Dichter Ringelnatz unterstützt. Diese Art hat mir sehr gefallen und weil über das ganze Buch hinweg Gedichte verteilt sind, die auch wunderbar zur jeweiligen Situation passen, kann man den Dichter besser kennenlernen. Ebenso unterstützen die Gedichte den tiefen und philosophischen Stil der Autorin. Die kleinen Sätze, die plötzlich eine geballte Tiefe besitzen, waren wie Bonbons und ich habe mich über jeden einzelnen gefreut! Wenn die Autorin es schaffe, mehr Dialoge einzubauen, um die Geschichten auflockern und dabei punktuell philosophisch bleibt, werden umwerfende Werke entstehen, da bin ich mir sicher und ich kann es kaum erwarten!!

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