Noah - Rezension

17:45

Er weiß nicht, wie er heißt. Er hat keine Ahnung, wo er herkommt. Er kann sich nicht erinnern, wie er nach Berlin kam, und seit wann er hier auf der Straße lebt. Die Obdachlosen, mit denen er umherzieht, nennen ihn Noah, weil dieser Name tätowiert auf der Innenseite seiner Handfläche steht. Noahs Suche nach seiner Herkunft wird zu einer Tour de force. Für ihn und die gesamte Menschheit. Denn er ist das wesentliche Element in einer Verschwörung, die das Leben aller Menschen auf dem Planeten gefährdet und schon Zehntausende Opfer gefunden hat.
 
 
Meinung:
Noah ist ein Thriller der etwas anderen Art, er handelt nicht wie die anderen Bücher Fitzeks von Menschen insbesondere Familien, mit einer Art von Psychischen Problemen die es zu lösen gilt, so fern man solche überhaupt beheben kann. Nein Noah ist gesellschaftsorientierter. Dieser Roman nimmt den Leser mit auf eine Reise die so realistisch ist, das sie in genau diesem Moment an einem beliebigen Ort auf der Welt genau so passieren könnte. Der Hauptprotagonist Noah, welcher mitten im kalten Winter auf den Straßen Berlins ohne jegliche Erinnerung an seine persönliche Vergangenheit aufwacht, ist so menschlich und vielschichtig in seinen Gedanken, das der Leser nicht den Eindruck hat die Geschichte einer fiktiven Person zu lesen, sondern einer real existierenden Persönlichkeit. Generell sind die Charaktere wie z. B. Noah, Oskar, Zaphire und Alicia alle auf ihre eigene spezielle Art und Weise in den Handlungsverlauf verflochten, so das sich aus vielen parallel Laufenden Handlungssträngen ein schließlich ein großes Ganzes entwickelt und man nicht nur an eine oder zwei Sichtweisen gebunden ist, sodass man das Geschehen thematisch unterschiedlich betrachten kann. Das beste Beispiel dafür ist der Kontrast zwischen den Slums in Manila und den panischen Zuständen in new York. Zu sehen welch furchtbare Zustände zur gleichen Zeit auf einem der ärmlichsten Teile der Welt herrschen, während die Menschen in New York verzweifeln nur weil ein Flughafen gesperrt wurde, lässt mich persönlich sehr nachdenklich werden. Ich möchte hier nichts von der Geschichte an sich verraten, zum Einen weil sie sehr komplexes Thema ist und zum Anderen weil es einen Teil des Reizes ausmacht die Zusammenhänge der einzelnen Charaktere zu erfassen. Was ich jedoch sagen kann, ist das es sich sehr lohnt dieses Buch zu lesen, allein schon wegen der aktuellen Thematik der Überbevölkerung. Es werden Tatsachen und Informationen, die uns allen mit nur einem Mausklick weit entfernt zur Verfügung stehen auf eine Weise vermittelt wie es kein Sachbuch schaffen könnte. Denn Fakten erschließen sich viel besser wenn sie Beispielhaft aufführt, bzw. wenn sie in einer Geschichte verpackt werden. Und das ist eine der Sachen die ich an diesem Buch so faszinierend fand und wofür ich dankbar bin, wenn man das Gefühl hat etwas gelernt zu haben während man unterhalten wurde.

Fazit:
Noah war mein erstes Buch von Sebastian Fitzek und obwohl ich schon von vielen Ecken gehört habe das es kein „normaler“ Fitzek sein soll, bin ich doch restlos begeistert, sowohl von der Geschichte an sich, von seiner einzigartigen Schreibweise, seinem rasanten erzähl Tempo, das einen nur so durch die Seiten fliegen lässt, als auch davon das Fitzek es geschafft hat das ich nachdenklich zurückbleibe und ich mich nun ständig frage: Was wenn so etwas auch bei uns passiert, möglich wäre es immerhin. Schrecklich, schockierend, aber nur allzu nachvollziehbar. Somit eine Leseempfehlung die ich jedem der dieses Genre oder Fitzek Bücher mag nur wärmstens ans Herz legen kann.

- Julia (Co-Bloggerin)

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