Buchvorstellung: Die Traumtaucher

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Alesia Fridman hat nach "Portugiesische Assemblage: Eine erotische Novelle" und "Mutterland: In der Hitze Afrikas" ein weiteres tolles Buch heraus gebracht. "Die Traumtaucher" ist ein romantischer Australienthriller.

Kurzbeschreibung:
Alexej ist gebürtiger Russe – und er ist Geheimagent des russischen Auslandsnachrichtendienstes. Für sein Vaterland betreibt er in den USA und in Deutschland Wirtschaftsspionage, arrangiert Komplotte und mordet sogar.
Doch dann begegnet ihm Sarah, die Liebe, die sein Leben für immer verändern wird. Alexej muss feststellen, dass auch Sarah eine Frau voller Rätsel und Geheimnisse ist. Ihre Beziehung ist nicht einfach, immer wieder gibt es Konflikte, doch Alexej ist nicht bereit, die Liebe seines Lebens einfach aufzugeben. Er kämpft um Sarah und ihre gemeinsame Zukunft.
Das Dasein als Agent offenbart jedoch allzu bald seine Schattenseiten: Als Alexej in einen besonders heiklen Auftrag verwickelt wird, gerät alles außer Kontrolle, und er steht selbst auf der Abschussliste.
Alexej wird betäubt und erwacht in einer fremden Umgebung. Doch er ist nicht in Russland, nicht der Geheimdienst hat ihn entführt. Er befindet sich in einem Dorf australischer Ureinwohner mitten im Busch. Nach und nach erfährt er den Grund, warum sie ausgerechnet ihn zu sich geholt haben: Eine uralte Weissagung prophezeit, dass Alexej der „weiße Wolf“ ist, der die Aborigines in ein neues Zeitalter der Freiheit und Selbstbestimmung führen wird.

Was hat der geheimnisvolle Traum von dem weißen Wolf zu bedeuten, der Alexej immer wieder heimsucht? Wird es ihm gelingen, die Polizei, die mittlerweile allerlei Ungereimtheiten an Alexejs Verschwinden bemerkt hat, hinters Licht zu führen? Wird Alexej der neuen Aufgabe gewachsen sein, wird er sich der Ungerechtigkeit und Korruption stellen? Und wird er Sarah jemals wiedersehen?

Ein atemloser Thriller an exotischen Schauplätzen, verwoben mit einer leidenschaftlichen Liebesbeziehung. Eine Liebeserklärung an das Arnhem Land, die den Leser tief in die geheimnisvolle Welt der australischen Ureinwohner und in deren Kampf um das Überleben in der Gegenwart eintauchen lässt.
Meinung:
Das Cover ist mystisch angehaucht. Man sieht den Ayers Rock wodurch man sofort weiß, dass die Geschichte in Australien spielt. Besonders gut gefällt mir, dass das Haar des Mannes auch das Fell des Wolfes ist. Dadurch kann man die Verbindung der beiden erkennen.
Ich war schon von ihrem letzten Buch "Mutterland" total begeistert und war sehr gespannt wie dieses Buch ist. Ich wurde von Alesia nicht enttäuscht. Der Schreibstil ist wieder sehr bildhaft, wodurch der Leser sich sowohl die Personen, als auch die Umgebung perfekt vorstellen kann. Man wird auf eine Reise in die Geschichte der Aborigines mitgenommen, die sowohl spannend, aber auch traurig und faszinierend ist. Hier merkt man, wie viel Mühe sich die Autorin bei der Recherche gemacht hat. Aber auch die Liebesgeschichten, die sich durch das Buch ziehen, allen voran die zwischen Alexej und Sarah, sind besonders und auf ihre Art einzigartig und sehr berührend.
Extra Spannung und Action werden durch Handlungen von Sarah und Alexej, erzeugt, durch die sie sich strafbar und angreifbar machen.

Fazit:
Bei diesem Roman hat es Alesia Fridman perfekt geschafft, den Leser in die Welt der Aborigines abtauchen und ihre Geschichte erleben und verstehen zu lassen. Mich hat diese Buch sehr bewegt und in mir die unterschiedlichsten Gefühle ausgelöst. Für mich ist dieses Buch ein Highlight 2016.
Leseprobe:
Prolog


„Rock stays,
earth stays.
I die and put my bones in cave or earth.
Soon my bones become earth …
all the same.
My spirit has gone back to my country …
My mother.“


Big Bill Neidjie, the Kakadu Man, 1913-2002
Northern Territory, Australia


Die langen blonden Haare fielen ihr ins Gesicht, und ihre üppigen Brüste tanzten auf und ab, als sie ihn in wildem Ritt zum Höhepunkt leitete. Seine Hände hatte sie mit den ihren rechts und links seines Kopfes fixiert, und sie blickte ihm tief in die Augen. Er stöhnte auf, als ihn ein heftiger Orgasmus durchzuckte. Sie beugte sich vor und küsste ihn auf den Mund. Ihr Kuss war einzigartig und löste in ihm dieses elektrisierende Gefühl aus, das nur sie in ihm zu wecken vermochte. Es war vielleicht die tiefe Vertrautheit, die ihn mit ihr verband, gemischt mit der geheimnisvollen Unberechenbarkeit, die sie auch nach all den gemeinsamen Jahren noch ausstrahlte. Er versank in diesem Kuss, während sein Körper schwer und gelöst unter ihr lag. Noch immer übte sie diese immense Anziehungskraft auf ihn aus – wie am ersten Tag.
Als sie sich wieder aufrichtete, hielt sie eine Spritze in der Hand, die sie ihm mit Tränen in den Augen in den Oberarm rammte. Den einen Moment lang, der verging, bevor ihm schwarz vor Augen wurde, starrte er ihr fassungslos ins Gesicht. Er spürte keine Wut, keine Angst, er wunderte sich nur. Wie konnte das sein? Sie war doch die Liebe seines Lebens, der einzige Mensch, der sein dunkles Geheimnis kannte, die Frau, die ihm ein neues Leben geschenkt hatte. Den Tod hatte er kommen sehen. Hinter jeder Ecke hatte er ihn vermutet, doch niemals hätte er einen Verrat von dieser Seite erwartet.



Die Leiche, die vor Kommissar Benners Augen aus dem Autowrack, einem ehemals schicken Mercedes-Sportwagen, gezogen wurde, war bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Der Kommissar seufzte und lutschte an seinem Pfefferminzbonbon. Gerade als er nach Hause fahren wollte, hatte ihn der Anruf erreicht, in einem Waldstück nördlich von Berlin sei eine Leiche gefunden worden. Jetzt würde es noch Stunden dauern, bis er bei seiner Frau war. Dabei hatte er ihr versprochen, sich mehr um sie zu kümmern. Sie hatte ihn nicht darum gebeten, bescheiden und unaufdringlich, wie sie ihr ganzes Leben lang gewesen war. Doch es ging ihr ja so schlecht. Er riss sich zusammen und versuchte, sich auf das Geschehen zu konzentrieren. „Das ist ziemlich seltsam“, sagte er. „Die Leiche liegt komplett verkohlt auf dem Rücksitz, und hinten ist alles schwarz, aber vorne sind kaum Brandspuren zu sehen.“
„Selbstmord oder ein Unfall sind damit definitiv ausgeschlossen“, murmelte der Gerichtsmediziner trocken, der in dem weißen Schutzanzug wie ein überdimensionales Marshmallow aussah.
Benner nickte. „Da hätte der Täter gleich ein Schild dranhängen können mit der Aufschrift: Das war ein Mord. Ist sonst noch was im Wagen?“
Sein junger Kollege Antonio machte sich am Kofferraum zu schaffen. „Hier drin liegt eine Tasche mit Werkzeugen und ein Wagenheber.“
„Was ist mit dem Handschuhfach?“
Eine der Türen des Wagens stand leicht offen. Sein Kollege versuchte, die Tür zu schließen, und schüttelte den Kopf. „Auch komisch, dass die Autotür bei diesem Aufprall aufgesprungen sein soll. Seitlich an der Tür ist der Lack ab, als hätte jemand die Tür mit Gewalt aufgestemmt. Vielleicht wurde sie erst nach dem Unfall geöffnet.“
„Nehmt die Werkzeuge aus dem Kofferraum mit, damit wir sie auf Lackspuren und Fingerabdrücke untersuchen können“, wies Benner seine Kollegen an.
Antonio quetschte sich in den verbeulten Wagen und durchsuchte das Handschuhfach, das offen stand.
„Hast du was gefunden?“
Sein Kollege reichte ihm eine billige, abgewetzte Brieftasche und einen Pass. Benner nahm die Gegenstände, die komplett unversehrt waren, und klappte den Pass auf. Er musterte das Foto, das einen dunkelhaarigen Mann zeigte, Geburtsjahr 1966. Der Pass war seit zwei Jahren abgelaufen. Er blickte auf das verbrannte Gesicht der Leiche, das keine Züge mehr erkennen ließ, und zurück auf das Foto. Der Mann darauf kam ihm bekannt vor. Der Fall erinnerte ihn an etwas. Was war es nur?

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