Buchvorstellung: Naked

10:41

Heute habe ich die Buchvorstellung von "Naked" von Marcel Duval für euch.

Kurzbeschreibung:
Parker ist jung. Sein Informatik-Studium hat er mit links gemeistert und nebenher sogar noch seinem Kumpel Ashton dabei unter die Arme gegriffen.
Als die beiden keinen Job finden, gründen sie kurzerhand ihre eigene Firma, die fantastisch läuft. Einzig mit den Männern will es nicht so richtig klappen. Die Kerle, die Parker will, sind entweder hetero oder vergeben. Frustriert darüber lässt er sich auf so manches Experiment ein und lernt auf diesem Wege seine devote Seite kennen.
Doch plötzlich verliert er alles und stürzt nicht nur finanziell, sondern auch sozial in ein tiefes Loch. Hilfe ist weit und breit nicht in Sicht. Selbst seine Freunde wenden sich von ihm ab.
Überraschend erhält er ein fragwürdiges Angebot, welches viel zu verlockend erscheint, um es abzulehnen.

Meinung:
Erst mal zum Cover - das ist ja mega heiß. Beide Herren sind einfach nur wow. Da wird man ja schon vom Cover angezogen und muss es haben. Der Klappentext macht auch Lust auf mehr. Und ich muss sagen, dass der Leser nicht enttäuscht wird.
Paker ist ein sympatischer netter junger Mann, der beruflich sehr erfolgreich ist, aber leider kein Glück bei den Männern hat. Marcel Duval hat Parker und seine Erlebnisse dem Leser perfekt dargestellt. Als es dann auch noch beruflich zum Gau kommt, ist Parker am Ende. Da wird ihm ein sehr eindeutiges und unmoralische Angebot gemacht. Nimmt er es an? Was ist es. Lest selber und lasst euch auf dieses Abenteuer ein, dass so manche heißen Szenen und Überraschungen für euch bereit hält.
Marcel Duval hat sich mit dieser Story selbst übertroffen.
Wer Geschichten aus dem Gay Genre mag und auch nichts gegen BDSM hat, der wird "Naked" verfallen.
Vielen Dank für dieses Lesevergnügen.

Leseprobe:

Hinterhof Bekanntschaften

Ich hatte so einiges nachzuholen. Es musste ungefähr ein Jahr vergangen sein, seit ich zuletzt eine Bar oder einen Club besucht hatte. Mein Sexualleben beschränkte sich mittlerweile nur noch darauf mir einen runterzuholen, während ich mir einen Pornofilm ansah. Gut hin und wieder schloss ich auch meine Augen und dachte dabei an Ashton. Obwohl ich wusste, dass aus uns nie etwas werden würde, schwärmte ich nach wie vor für ihn. Auch nach beinahe zwei Jahren zog er mich immer noch an. Einen Mann in meinem Leben, oder besser gesagt die Zweisamkeit, das in den Armen eines anderen einzuschlafen, hatte ich nicht wirklich vermisst. Das wurde mir jetzt schlagartig bewusst, als ich den Gehsteig der der Old Compton Street gemütlich entlang schlenderte.

Kurz nach 20.00 Uhr hatte ich das Büro verlassen, war noch rasch nach Hause gebraust, um zu duschen und mich aufzubrezeln. Ich war aufgeregt und freute mich darauf, endlich wieder mal auszugehen. Den Porsche hatte ich zwei Straßen weiter geparkt. Keinesfalls wollte ich einen Kerl abkriegen, der mehr auf mein Auto stand, als auf mich.

Schon von weitem sah ich die beiden Securitys am Eingang der Bar. Sie musterten mich, einer lächelte freundlich und hielt mir die Tür auf. Der Laden war gut besucht. Ich kämpfte mich zur Bar durch und bestellte mir ein Bier. Am Tresen lag eine Ausgabe des „Be Gay“, dem Magazin, das einem sagte, was wo wann abging. Ich blätterte ein wenig darin und stieß auf eine ganzseitige Anzeige. Ein neuer Club schien heute zu eröffnen. Er hieß „Superman“ und war drüben in Vauxhall. Es wäre ein Umweg, aber ich fand den Namen witzig, meine Neugier war geweckt. Mal sehen, vielleicht würde ich noch auf dem Heimweg nach Hause einen kurzen Abstecher dorthin machen. Zuerst wollte ich mal die Kerle hier in dieser Bar abchecken.

Ich legte die Zeitung zur Seite und ließ meinen Blick durch den Raum schweifen. Die meisten der anderen Gäste schienen in meinem Alter oder jünger zu sein. Auch vom Typ her wirkten sie ähnlich. Wie ich trugen auch sie Designer Klamotten. D&G, Diesel, Armani, prangte mir von diversen Kleidungsstücken entgegen. Allesamt hatten sie sich aufgeputzt. Jedes Haar saß perfekt, jeder Nagel war manikürt, um so die Konkurrenz auszustechen und den schönsten unter ihnen abzubekommen. Irgendwie kam es mir vor, als wäre ich auf der Betriebsfeier einer Modelagentur.

Ich kannte diese Kerle noch von früher. Sie arbeiteten in einem der überteuerten Designer Läden als Verkäufer und beurteilten andere nur nach dem, was sie anhatten. Zwar konnte ich heute locker mit ihnen mithalten, aber irgendwie fand ich sie auch nervig. Danach stand mir nicht der Kopf. Ich beschloss, das Lokal zu wechseln.

Ich nahm noch einen kräftigen Zug aus der Flasche, stellte sie ab und kämpfte mich durch die Menge zum Ausgang.

Als ich mich der Tür näherte viel mein Blick auf den Türsteher. Lässig, beinahe schon arrogant, lehnte er an der Mauer und kaute auf einem Zahnstocher herum. Der große glatzköpfige Kerl sah mich unverhohlen an. Ich konnte es förmlich spüren, wie er mich musterte. Ich schätzte ihn auf knapp über dreißig, somit ein paar Jahre älter als ich. Unter dem schwarzen T-Shirt zeichnete sich ein muskulöser Oberkörper ab. Er war keinesfalls der Typ Mann, den man seiner Familie vorstellte. Allerdings löste er eine Flut von schmutzigen Gedanken in mir aus und mir viel so einiges ein, das ich nur zu gerne mit ihm gemacht hätte. Er wirkte entschlossen, wusste bestimmt, was er wollte und fackelte nicht lange. Das war der Typ Mann, der einem schon im Aufzug die Kleider runterriss und einen an Ort und Stelle vernaschte.

Gerade als ich mich an ihm vorbeibewegte, blickte ich auf. Ich sah ihm in die Augen. Er machte einen Schritt vor und versperrte mir den Weg.

„Schon weg?“, fragte er.

Ich bemerkte sofort, wie sehr er sich bemühte, dabei möglichst verführerisch zu wirken, was ihm auch ausgezeichnet gelang. Sein durchdringender Blick und die raue Männerstimme lösten in mir einen erotischen Schauer aus. Im Zeitlupentempo lief er meinen Rücken hinunten, während ich ihm sprachlos wie hypnotisiert in die Augen starrte. Sag etwas, rief ich mir gedanklich selbst zu und setzte ein verlegenes Grinsen auf.

„Ja, ich habe leider nicht gefunden, wonach ich gesucht habe“, brachte ich endlich über meine Lippen.

Ich gab mir dabei größte Mühe, meine Worte möglichst gleichgültig klingen zu lassen. Keinesfalls sollte er denken, ich wäre enttäuscht oder merken, wie heiß ich ihn fand. Geschickt schlängelte ich mich unter seinem Arm hindurch und wollte meinen Weg fortsetzen. Doch seine Hand legte sich von hinten um meine Hüfte. Seine Fingerspitzen streiften über meine Bauchdecke, lösten ein Kribbeln in mir aus und er zog mich zurück.

Ich versuchte zu protestieren, als sich auch schon seine Lippen auf meine pressten und sie mit einem heißen Kuss versiegelten. Wie Wachs schmolz ich in den starken Armen, schloss meine Augen und wünschte mir, dass dieser feurige Kuss nie enden würde. Doch nur Sekunden später trat das Unvermeidliche ein und er ließ von mir ab.

„Ich will dich!“, hauchte er und sein heißer Atem streichelte dabei mein Ohr.

Wie kurz zuvor lief mir wieder ein erotischer Schauer über den Rücken. Ich fühlte die Hitze in meinem Becken, wie der Platz in meiner Hose enger wurde, und starrte ihn nur an. Auch ich wollte ihn.


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