Persephones Erbe - Rezension

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Infos:

Autor: Angelika Monkberg
Verlag: Elysion
Bindung: Taschenbuch
ISBN: 978-3-942602-25-9
Seiten: 208
Preis: 12,90 €

Klappentext:

Kati ist von ihrem neuen Chef Armin wirklich angetan. Nicht nur, dass er gut aussieht und offenbar noch zu haben ist, er vertraut ihr auch einen wichtigen Auftrag an: Gemeinsam mit ihm soll sie in Rom die Wellness-Landschaft eines kleinen, sehr exklusiven Hotels studieren und für einen reichen Kunden in Nürnberg nachbauen. Doch die Ernüchterung folgt prompt: Das Hotel ist uralt und heruntergekommen, die Angestellten des Hotels stellen Kati nach und ihr Chef wird von seiner Ex-Frau verfolgt. Als Kati dann auch beginnt, Tote zu hören, überschlagen sich die Ereignisse und Realitäten. Während sich Armins Ex als Hexe entpuppt, gerät eine geplante Party im Wellnessbereich außer Kontrolle und gipfelt in einer göttlichen Orgie. Schließlich sieht Kati nur noch einen einzigen Ausweg. Aber der führt sie in die Unterwelt des Hotels, direkt in die Katakomben.

Meinung:  

Katinka, kurz genannt Kati, hört Stimmen in ihrem Kopf, besonders wenn es dunkel ist, doch beim Sex kann sie die kurzzeitig ausblenden.
Doch die Stimmen sind nicht das einzige Problem, denn sie kann auch Hexen (widerlicher Geruch) und Heiler (angenehmer Geruch) riechen. Ihre Eltern, die durch und durch Realisten sind, können mit Katis "Problem" nicht umgehen.
Als Buchidee sind diese Punkte sehr interessant, aber dann kam es doch anders als erwartet.

Ich versuche jedes Buch bis zum Ende zu lesen, doch leider habe ich hier früh abgebrochen müssen.
Persephones Erbe besitzt gravierende Schwachstellen, die schon am Anfang präsent und selbst nach vielen Stichproben vorhanden sind. Ich möchte hier anmerken, dass diese Rezension ohne jegliche Vorurteile oder Hass geschrieben ist und nur auf meine ehrliche Meinung beruhen.
Der Schreibstil ist sehr holprig, was keinen angenehmen Einstieg ermöglicht. Die vielen Wortwiederholungen stören, aber was mein größtes Problem war, ist die Wortwahl. Immer wieder hatte ich das Gefühl, als wollte die Autorin durch besondere Wörter Wiederholungen vermeiden und sich von der Masse trennen - was auch völlig in Ordnung ist, doch anstatt einfache, auf den Punkt bringende Wörter zu wählen, wurden komplexere gewählt und immer wieder verwendet. Nach einigen Seiten war dies nicht mehr angenehm und hinzu kam die sehr detaillierte Beschreibung. Bestimmte Stellen sollten gut beschrieben werden, aber wie man eine Tasse holt, sich einschenkte und trank gehört nicht dazu. Es wurde zu viel wiederholt und erklärt, was die Geschichte unglaublich in die Länge gezogen hat und mich irgendwann einfach nur noch nervte.
Ein weiterer und sehr wichtiger Punkt ist die Logik. Manchmal, wenn eine Handlung keinen Sinn ergab, konnte ich mir denken, was der oder die Autor/inn sich dabei gedacht hatte, aber hier war ich nur verwirrt.
Als Beispiel: Kati und Amir, ihr Chef, gehen einkaufen, damit sie etwas Schönes zum Anziehen hat, wenn beide den Arbeitgeber besuchen. Amir kann Kati dazu überreden, ein nudefarbenes Kleid zu kaufen. Auch als keine Fashion Expertin weiß ich, dass nicht jedem so eine Farbe steht, besonders, wenn vorher gesagt wird, dass Kati eine sehr helle Haut hat. Da hatte mich schon die Farbwahl irritiert, aber jetzt kommt es. Kati erscheint zu diesem Treffen nicht nur in einem nudefarbenen Kleid, sondern trägt auch einen nudefarbenen Slip, blickdichte, nudefarbene Strumpfhose und nudefarbene Absatzschuhe. Der BH wird weggelassen. Dieses Bild ging mir einfach nicht in den Kopf - aber jeder hat seinen eigenen Geschmack, also dache ich mir: Okay, wenn Kati es so will.
Kommen wir zum zweiten Beispiel: Der Auftraggeber, Peter Malchow, ist ein Lustmolch und will an Katis Höschen, doch die ist von ihm angewidert und will so weit, wie es nur geht, Abstand bewahren, ohne ihn zu beleidigen (sonst würde es dem Chef diesen Auftrag kosten und Kati kann ihre Sachen packen). Soweit so gut. Doch dann, wieso auch immer, reizt Kati Herr Malchow, indem die sich beugt und ihm eine gute Aussicht auf ihr Dekolleté freigibt. Als sie dann aufstehen sollte, um Wasser zu bringen, schwingt Kati verführerisch mit ihrem Hintern und weiß, dass sowohl ihr Chef, als auch dessen Auftraggeber ihr nachsabbern und es gefällt ihr - obwohl Peter Malchow sie eigentlich anwidert?

Ein weiteres Problem bei Persephones Erbe war, dass der gesamte Text voller Fehler schwamm. Wörter werden falsch geschrieben, die Grammatik stimmt nicht immer und die Kommasetzung wurde vernachlässigt.

208 Seiten sind nicht viel, das Buch hätte ich in weniger als zwei Tagen lesen können, aber all die Probleme erschwerten das Lesen und die Lust verging mir.

Apropo Lust ... nachdem ich das Buch abgebrochen hatte, beriet ich mich mit ein paar Frauen aus unterschiedlichen Altergruppen. Sie lasen das Buch stichprobenartig. Ihre Meinungen deckte sich mit meinen.
Wenn ich von all den Problemen, die ich vorhin aufgelistet habe, wegsah, gibt es noch eine Sache und zwar die "Sexszenen". Wer kein Fan von Wörtern wie Vulva ist und unverständliche Sexorgien nicht mag, sollte dieses Buch nicht lesen. 
Dass Sex ein gutes Mittel ist, um die Stimmen im Katis Kopf wenigstens für kurze Zeit zum verstummen zu bringen, ist in Ordnung, aber wenn deswegen zu feucht fröhlichen Sexorgien führt, kann ich das nicht verstehen. Das Wort Orgie taucht im Klappentext auf, aber das deswegen Kati es mit jedem im Hotel trieb, hätte ich nicht vermutet.


Fazit:

Absolut ungern und nur mit schweren Magen breche ich ein Buch ab, aber hier war es einfach zu viel.
Die Wortwahl war absolut ungünstig, zu viele Wiederholungen, wenig Logik und alles andere als von Erotik knisternde Szenen.
- eure Jasmin <3

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